2019-06-12, Die Welt, by Manuel Brug

Kämpft Cecilia Bartoli im realen Leben um jede Photoshop-Falte, auf der Bühne war sie ganz wahrhaftig und sie selbst. Jede einzelne Note schien dabei sorgfältig gesetzt, jeder Atemzug offenbarte Technik – und doch wurde das ein ehrlicher Zweikampf zwischen zwei Künstlercharakteren, denen der schöne Ton egal ist, wenn er nur berührt. Der androgyne Ruggiero Jarousskys wurde mal schrill, sie keifte bisweilen, egal, dass hier zwei hohe Stimmen einen Liebeskampf um Mann und Frau führen: Die Künstlichkeit der Oper ließ dies total real erscheinen. Und am Ende haben alle nur verloren. […]

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